JETzt: "Architekturtage 2026 - Festival für Baukultur und Ingenieurtechnik"
Shownotes
Von 28. bis 30. Mai 2026 lädt Österreichs größte Publikumsveranstaltung für Architektur und Baukultur unter dem Motto „Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags“ dazu ein, Architektur, Stadt und Gesellschaft neu zu entdecken. Die Architekturtage – das Festival der Baukultur und Ingenieurtechnik machen dabei in ganz Österreich sichtbar, wie sehr Infrastruktur unseren Alltag prägt und verbindet.
In dieser Folge spricht Karoline Mayer, Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich, mit Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dietmar Feichtinger über die gesellschaftliche Bedeutung von Infrastruktur, öffentliche Räume und die verbindende Kraft von Architektur im Alltag.
Die Architekturtage – das Festival der Baukultur und Ingenieurtechnik werden von den zehn Architekturinstitutionen Österreichs kuratiert und umgesetzt und laden dazu ein, Architektur und Baukultur in ganz Österreich neu zu entdecken.
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00:00:02: Unabhängig planen, prüfen.
00:00:04: Ziviltechnikerinnen und Zivil-Techniker gestalten Zukunft jetzt!
00:00:11: Herzlich willkommen zu diesem Podcast heute, der sich mit den Architekturtagen für Baukultur und Ingenieur Technik beschäftigt.
00:00:21: die im Zeichen der Infrastruktur Bauten stehen.
00:00:25: Wer bin ich?
00:00:26: In aller Kürze, mein Name ist Karolina Meier und ich bin Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich.
00:00:31: Das ist die Plattform der Architekturhäuser in den österreichischen Bundesländern.
00:00:36: Und gemeinsam mit der Kammer der ZiviltechnikerInnen veranstalten wir seit dem Jahr die Architekurtage heuer bereits zum dreizehnten Mal.
00:00:45: Die Architekkurtage sind ein Bienal stattfindendes Festival für Architektor, Baukultur und Ingenieur.
00:00:51: Technik.
00:00:51: Dieses Festival findet Österreich weit statt, also in allen neuen Bundesländern gleichzeitig was auch das ganz besondere an dieser Veranstaltungsserie ist.
00:01:00: Radiert wird das Programm von den zehn österreichischen Architekturinstitutionen und dabei kommt ein wirklich vielfältiges Vermittlungsprogramm zu Tage, dass lokale Baukultur präsentiert greifbar macht und erlebbar macht.
00:01:14: Also es finden unter anderem Stadt- und Gebäudeführungen, Fahrrad, Busttouren, Baustellenbesuche, Workshops für Kinder, Open Studios bei denen Architektor und Ziviltechnikerbüros Besuch werden können, Filmenvorführungen und Last but not least Architektur- und Baukulturfeste.
00:01:37: Dieses Jahr lautet das Motto der Architekurtage Was uns verbindet?
00:01:41: Infrastrukturen des Alltags.
00:01:43: Kurz zum Thema Infrastruktur, Bauten und Einrichtungen sind allgegenwärtig in unserem täglichen Leben und bleiben trotzdem oft im Hintergrund.
00:01:53: Was sind Infrastrukturbauten?
00:01:55: Sie umfassen ein breites Spektrum an Gebäudetypen, darunter fallen Energie-, Mobilitäts- und Verkehrsinfrastrukturen aber auch digitale Netzwerke in ihrer baulichen Ausprägung dann natürlich auch Logistik-, Forschungsumwelt- und Sicherheitseinrichtungen, aber auch soziale Einrichtungen wie etwa Bildungs- und Gesundheitsinfrastrukturinnen.
00:02:17: Diese Projekte im Infrastruktur-Sektor zeigen ganz besonders gut, was Architektur und Ingenieurtechnik gemeinsam leisten können.
00:02:26: Und erzählen dabei oft sehr eindrucksvolle Geschichten darüber, was uns in der Gesellschaft verbindet und zusammenhält.
00:02:33: Das Festival dieses Jahr findet vom achtundzwanzigsten bis dreißigsten Mai statt.
00:02:37: Und davor am zwanzigste Mai gibt es eine hochinteressante Auftaktveranstaltung.
00:02:43: Bei dieser Auftakt Veranstaltung im Architektorzentrum Wien wird die Dietmar Feichtinger, der heute auch Gast dieses Podcasts ist.
00:02:50: Einen Impulsvortrag halten gemeinsam mit einer Ingenieurin, mit der das Büro so viel zusammenarbeitet namens Apolyn Corré.
00:02:58: Dietmar Veichtinger herzlich willkommen!
00:03:01: Ich stelle dich unseren Gästen kurz vor.
00:03:03: du bist Architekt-Zivilechniker Du hast dein Studium der ArchitekTour in der TU Graz absolviert und Bereits ein Jahr später ging es dann nach Paris, wo du eigentlich bis heute geblieben bist und wo fünf Jahre später, also in der Fichteinger Architekt gegründet hast.
00:03:25: Und im Jahr two-two wurde dann ein zweites Büro in Wien gegründe.
00:03:30: Das Büro leitest du gemeinsam mit deiner Frau Barbara Feichtinger Felber.
00:03:34: Das Büro hat sich sehr rasch zu einem international erfolgreichen entwickelt.
00:03:38: Euer Projekt ist in Frankreich, Deutschland, Belgien, Dänemark und auch in Österreich.
00:03:43: Ihr macht vor allem öffentliche Aufträge und was für die Architekturtage twenty-sixundzwanzig und unser Motto interessant ist einige Projekte im Bereich Infrastrukturen allen Ausprägungen.
00:03:54: eigentlich Das wohl bekannteste Projekt oder sagen wir mal das Projekt am prästisch strechtigsten Ort ist sicher die Brücke zum Mont-Saint-Michel in der Bretagne.
00:04:05: Euer Büro hat aber ein sehr, sehr weites Spektrum an Bauaufgaben bereits geliefert und das Feld der verschiedenen Bauaufgaume ist wirklich sehr breit vom Spital über die Schule bis hin zu öffentlichen Schwimmbädern, aber auch Büro und Wohnbauten.
00:04:22: Du unterrichtest an diversen europäischen Universitäten.
00:04:25: Seit zwanzig dreiundzwanzig hast du eine Professur in der TU Wien und hast natürlich zahlreiche internationale und auch österreichische Preise erhalten, was sehr interessant ist.
00:04:35: Momentan läuft eine Ausstellung über eure Arbeit Architecture of Connection Dietmar Feichtinger Architects im Österreichischen Kulturforum in New York und dazu gibt es auch eine Publikation.
00:04:46: In meiner Recherche für diesen Podcast bin ich überall ein Zitat gestolpert auf eurer Webseite, das mich sehr berührt hat.
00:04:54: Weil ich zuhundert Prozent dahinterstehe – Habit kills creativity!
00:04:59: Und es drückt sehr gut aus eure wirklich intenzion, international breitgestreute Bautätigkeit.
00:05:07: Also was das Büro Feichtigen Architects auszahlt ist würde ich sagen ganz besonders die Vielzeitigkeit.
00:05:13: Wie siehst du das?
00:05:14: Es ist auf jeden Fall so, tatsächlich dass wir versuchen sehr unterschiedliche Bauaufgaben zu bearbeiten.
00:05:21: Das ist zum einen beabsichtigt aber zum anderen natürlich auch einem gewissen Zufall überlassen.
00:05:27: also wir nehmen was wir bekommen es nicht unbedingt so dass wir jetzt die und wir uns nur das aussuchen was wir möchten.
00:05:36: ich denke als Architekten und Architektinnen auf jeden Fall gefordert sind, mit neuen Bauernaufgaben uns auseinanderzusetzen.
00:05:46: Dann kommt man auf neue Ideen.
00:05:49: Man geht vielleicht unbelasterter an Themen heran.
00:05:53: Es gibt natürlich auch diesen Erfahrenswert also wenn man Bauaufgabe wiederholt die sich nie wiederholen weil sich der Ort einfach nicht wiederhohlt.
00:06:01: das heißt also wenn eine Schule baut dann kann man nicht die gleiche Schule das zweite mal bauen.
00:06:06: aber man kann natürlich Erfahrungen mitnehmen.
00:06:08: Es gibt sicher beide Aspekte, es gibt die Erfahrung aber auch der Reiz des neuen.
00:06:13: Das umbelasteten und das interessiert mich sehr und ich denke, dass macht uns tatsächlich zu kreativen Menschen.
00:06:20: Wobei man sagen muss, dass sich heute die Welt in eine ganz andere Richtung wendet.
00:06:26: Architektinnen werden zu Spezialistinnen gemacht also wir machen uns selber dazu Projekte zu bekommen.
00:06:35: Wir versuchen uns so darzustellen, dass wir diejenigen sind, die das Krankenhaus am besten bearbeiten können und das kommt natürlich aus einer Sicht des Bauherren oder der Bauherrin, die vielleicht auch jetzt von außen diesen Eindruck haben dass wenn man Bauaufgaben schon mal bewältigt hat, dann kann man das.
00:06:53: Und das ist meiner Ansicht nach nicht so.
00:06:56: Unser erstes Krankenhaus war ein sehr großes Krankenhaus.
00:06:59: Unsere erste Brücke war eine Brücke des Sehens und ich glaube wir als Architekten und Architektinnen haben einen Riesenvorteil, dass wir sehr stark begleitet werden von Experten, von IngenieurInnen zum Beispiel eben im Krankenhaus.
00:07:15: da kann man eigentlich nichts wirklich falsch machen weil die Partner und so begleiten, dass wir den OP- und Vorbereitungssaal, der wird schon richtig funktionieren.
00:07:25: Weil die Geräte einfach auch eine Logik haben.
00:07:29: Deswegen auch, du hast zum Beispiel die Schwimmbäder erwähnt.
00:07:32: Es gibt Architekturbüros, die sich tatsächlich auf diese Art von Einrichtungen spezialisieren und wie wir unser erstes Schwimmbad gebaut haben gleiche Geschichte.
00:07:42: Wir hatten einen sehr guten Ingenieur, der uns eigentlich beigebracht hat, wie wir mit diesen technischen Voraussetzungen umgehen und er hat diese technische Voraossetzungen oder diese technischen Aufgaben eigentlich sehr gut begleitet.
00:07:55: Das heißt,
00:07:55: dadurch dass man auch zum Beispiel jetzt noch keine negativen Erfahrungen gemacht haben.
00:07:59: Geht man nicht mit einem Natas funktioniert nicht und das geht nicht in ein Projekt hinein wenn es eine neue Aufgabe ist sondern eher mit dem Fokus auf was könnte möglich sein?
00:08:10: Das ist genau so.
00:08:10: Es ist eigentlich die Perspektive die man bringt.
00:08:12: also zb das Krankenhaus in Klagenfurt sind sehr typisches Beispiel dafür.
00:08:17: Achthundert Betten, großes Krankenhaus.
00:08:21: Wir haben uns in Orthang geschaut, wir haben dieses Pavillon-System gesehen und unsere Konkurrenten haben alle ein sehr typisches, sehr klassisches Krankenhauskonzept eigentlich vorgeschlagen.
00:08:33: Ein relativ hoher Bettenturm der einen OP-Geschoss bedient.
00:08:39: Und wir wollten in dieser Umgebung – wir konnten das auch weil wir ein Grundstück hatten dass das ermöglicht hat Wir wollten eigentlich ein sehr, sehr flaches horizontales sich ausbreitendes Krankenhaus planen mit einer sehr starken Beziehung zum Boden zur Natur.
00:08:57: Wir dachten eben diese Situation in Klangfuhr zum Beispiel war eine sehr angenehme und die Menschen haben eigentlich Angst vor dem Krankenhaus.
00:09:04: Die wollten wir nehmen und zugleich war es notwendig eben diese medizinischen Einrichtungen zu konzentrieren.
00:09:13: Da entstand, glaube ich ein neuer Typus.
00:09:15: Eine neue Typologie aus diesem vielleicht relativ unbeschwerten Zugang zu dem Thema Krankenhaus.
00:09:21: Ich kann mich an das Projekt gut erinnern.
00:09:23: Ich habe es zwar selber noch nicht gesehen aber sobald ich mich erinnerne kann für den Mies van der Rohe Preis nominiert und damit Teil einer der ersten Ausstellungen die ich im Architekturzentrum Wien korradieren durfte.
00:09:35: Deswegen habe ich das Bild noch sehr gut in Kopf.
00:09:38: Ich würde gerne ein paar Jahrzehnte zurückgehen an den Anfang eigentlich deines beruflichen Lebens.
00:09:44: Du bist sehr schnell nach dem Studium, nach Paris gegangen und ich würde gerne wissen wieso und was dich dann beruflich dort gehalten hat?
00:09:52: Also da gibt es natürlich nicht nur eine Möglichkeit der Antwort aber vielleicht die wichtigste war das einmal nach draußen gehen.
00:10:01: also ich habe ihn gerade studiert ich bin in Graz auch aufgewachsen einmal weg aus Österreich und wir haben von Grazhaus nicht nach Wien geschaut, sondern nach Paris.
00:10:11: Das hat uns sehr interessiert auch von der Architektur.
00:10:14: also es war auch damals in Frankreich eine sehr spannende Zeit.
00:10:18: Es gab diese großen Projekte vom Mitterrand die uns sehr fasziniert haben und überhaupt die Architeektur.
00:10:22: Qualität im öffentlichen Bereich hat uns beeindruckt das glaube ich.
00:10:28: auf dieser Zeitschrift Architekteurschuld wie Die wurden dann noch aufmerksam auf die Grazer Architektur, was sich interessant war.
00:10:35: Weil es da gewisse Parallellen gibt – das gab damals zu der Zeit auch in Graz seine Tendenzen sehr viele Wettbewerbe abwickeln zu lassen mit dem Engagement von jungen Büros.
00:10:46: Ich war da auch sehr stark einbezogen und da hatte ich eine gewisse Affinität zu Paris einfach entdecken können obwohl natürlich der Maßstab ganz anders ist.
00:10:54: Ich habe mich natürlich sehr gut vorbereitet auf diesem Podcast heute und ein paar Vorträge von dir im Internet angehört.
00:11:00: Und in einem davon sprichst du davon, dass auch der gesellschaftliche Stellenwert der Architektur in Frankreich ein ganz anderer war zu der Zeit.
00:11:11: oder ist es tatsächlich so?
00:11:13: Also beim Nachdenken über das was ich mal gesagt hab komme ich immer wieder drauf, dass es vielleicht nur zur Hälfte stimmt Und das, was mich schon fasziniert hat tatsächlich und das, dass ich auch immer wieder erlebe ist.
00:11:25: Dass zum Beispiel eben Politikerinnen sehr viel Interesse daran haben, was zu hinterlassen, also Zeichen zu setzen.
00:11:36: Zum Beispiel Grundschulen sind in Frankreich Kommunalbauten werden von der Stadtregierung initiiert und da wollen sich diese PolitikerInnen auch wiederfinden und haben ein sehr starkes Interesse anbauen, weil das einfach nach der vier- oder sechsjährigen Periode eine Möglichkeit ist weiterhin das Leben einer Kommune zum Beispiel zu beeinflussen.
00:12:02: Das ist sehr, sehr ausgeprägt in Frankreich.
00:12:04: wenn ich das jetzt aber relativere im Gegensatz zur Österreich dann deswegen, weil ich vielleicht zwei sehr markante Erlebnisse hatte oder sogar drei Bei zwei Schulen in Taufkirchen und den Glocknitz, wo der Bürgermeister als auch die Bürgemeisterin sehr engagiert war.
00:12:22: Sehr interessiert war am Gebäude selbst an der Architektur.
00:12:26: Versucht hat eben auch diese nähe, diese pädagogischen Konzepte über die Architektor zu vermitteln.
00:12:34: Und auch das Kulturzentrum in Weiz ist zum Beispiel so ein typisches Beispiel, wo in einer sehr kleinen Gemeinde Der Bürgermeister hat darauf sehr bestanden, das Zentrum der Stadt zu beleben mit einem öffentlichen Bau und einer Bauaufgabe, die diesem Stadtzentrum wieder ein Leben geben kann.
00:12:56: Das was klar ist, ist dass die Tendenz in Frankreich natürlich viel stärker ist und wahrscheinlich hatte ich hier eben die Gelegenheit in Österreich solche Ausnahmerscheinungen eigentlich mitzuleben.
00:13:06: Vielleicht auch eben indirekt hat das wahrscheinlich auf den Grund, wenn jemand mich mit so einem Projekt beauftragt.
00:13:12: Der jetzt nicht unbedingt... der Architekt vor Ort ist, also die Architektur ist ja sehr stark auch an die örtliche Situation oft gebunden.
00:13:21: Dann ist das vielleicht auch eine gewisse Grundvoraussetzung eben Architek- ture einfach in den Mittelpunkt in den Fokus zu stellen.
00:13:26: Also ich würde mich jetzt gerne einer Bauaufgabe widmen, an der wir nicht vorbei kommen wenn es um Infrastruktur geht und zwar der Bauaufgarbeprücke.
00:13:35: Ich glaube du wirst nicht sehr gerne auf das Thema Brückenbau reduziert weil ihr eben vor allem diese Spektrumanbauaufgaben im Büro sehr hochhaltet kommen, aber natürlich beim heurigen Thema der Architekturdage nicht daran vorbei.
00:13:48: Du hast bereits zahlreiche Brücken gebaut vor allem würde ich sagen Fußgänger und Fahrradbrücken.
00:13:54: Woher kommt das Interesse an dieser Bauaufgabe?
00:13:58: Wie ist es zum ersten Projekt gekommen?
00:14:00: war das einer dieser vorher zitierten Zufälle und welche wichtigsten Erfahrungen hast du aus den ersten Brücke die ihr gebaut habt mitgenommen?
00:14:09: Also ich muss sagen, es gibt kein prinzipielles Problem jetzt als jemand der Brücken entwirft wahrgenommen zu werden.
00:14:17: Das wo gegen mich bis zum gewissen Grad wäre ist tatsächlich diese Spezialisierung.
00:14:22: Ich glaube es gibt einfach diesen sensiblen Zugang an das Thema Der wichtig ist und der auch in Frankreich In der Zeit wo ich tatsächlich die Gelegenheit hatte eine erste größere Brücke in Frankrich zu bauen Ein wichtiges Thema war nämlich die Gestaltung der Brücke, auch einem Architekten oder einer Architektin zu überlassen.
00:14:42: Da gab es tatsächlich zwei Fußgängerbrücken und eine große Halle in Hannover für die Hannover-Zweitausend.
00:14:49: Da haben wir einen Preis gemacht und da haben wir uns vielleicht so eine kleine Referenzliste erarbeitet würde ich mal sagen.
00:14:56: und wir wurden dann tatsächlich eingeladen zu diesem Wettbewerb.
00:15:00: Und da gab es dann im Großen Namen, die uns gegenüberstanden wie Tadauando oder Dominic Perot.
00:15:06: Und zur Überraschung vieler – vielleicht auch unser selbst!
00:15:10: Da haben wir diesen Wettbewerb gewonnen und konnten tatsächlich diese Brücke
00:15:13: umsetzen.".
00:15:15: Allerdings haben wir acht Jahre gebraucht, um dieses Projekt umzusetzen aus verschiedensten Gründen.
00:15:20: Also wir haben diesen Wettbewerb gewonnen und da gab es dann noch eine Ausstellung.
00:15:24: Das war auch in der von traditionellen Architektur Szene eine interessante Geschichte sag ich mal.
00:15:30: Wer kommt da?
00:15:32: Wer ist das?
00:15:32: Wer macht das?
00:15:34: Es gibt sehr, sehr viel Aufmerksamkeit in der Zeit und dann dauerte es aber ziemlich lange aus verschiedensten Gründen.
00:15:40: Zum einen gab es eine Brücke in London die Modentate mit St Pauls verbindet und sie sehr stark geschwankt hat Und unsere Brücke hat sehr nahe physische Eigenschaften und plötzlich war die Stadtregierung ein bisschen beängstigt.
00:15:59: Dann gab es eine starke Änderung in der Stadtregierung von rechts nach links, dann war unser Projekt plötzlich kein Prioritätsprojekt und das dauerte.
00:16:10: Es wurde irgendwann mal fast zu einer Art von einer wirklichen Frage.
00:16:14: Also kommt's tatsächlich zur Somensetzung?
00:16:17: Und ja, glücklicherweise gelang uns tatsächlich diese Brücke zu bauen.
00:16:22: Damit war quasi so auch eine Richtung gelegt für das Büro.
00:16:26: Ich finde ganz besonders spannend ein Projekt an dem ihr jetzt gerade arbeitet und zwar die Brücke Anne de Bretagne in Nord.
00:16:32: Die ist ganz besonders interessant und ich würde mich sehr freuen wenn du ein bisschen über den Innovationscharakter dieses Projektes erzählen könntest und auch die Entstehungsgeschichte.
00:16:41: Ja,
00:16:41: also dieses Projekt ist auch für mich ein sehr besonderes.
00:16:45: Vielleicht ist es ein bisschen der Höhepunkt, könnte man sagen von dem was ich immer gedacht habe aus diesen Brücken rausholen kann nämlich dass man Orte schafft.
00:16:53: Also ich hatte mal die Gelegenheit Ausstellungen zu machen, die hießen Orte und Wege und das Interessante vielleicht ist auch das Gebäude sehr oft aus unserem Büro vor allem auch Wege beschreiben Und die Brücken sehr, sehr stark diese Ortsbeziehung und dieses auf dem Fluss sich zu befinden in der Mittelpunkt der Überlegungsstellen des Projektes stellen.
00:17:15: Das war mir auch bei der Brücke über die Säne schon sehr wichtig.
00:17:18: also da wirklich ein Ort zu schaffen, der neue Möglichkeiten gibt, der eine neue Perspektive eröffnet Menschen in eine Situation zu bringen, die sehr interessant ist und auch eine neue Situation, auch klimatisch interessant.
00:17:31: Es gibt Menschen auf der Brücke in Bersee Geburtstage feiern, weil es einfach angenehm ist.
00:17:36: Und im Sommer wenn's warm ist gibt's durch diese zwei Niveaus die wir geschaffen haben auch einen beschatteten Bereich.
00:17:44: und also eben diese Ortsqualität der Brücken war mir immer sehr wichtig.
00:17:48: und die Ande Britann ist wahrscheinlich jetzt sage ich mal nicht von der Größe, von der Spannweite her eine überragende Brücke sondern eben inhaltlich.
00:17:59: tatsächlich haben dort die Chance, einen großen öffentlichen Platz auf der Loa zu schaffen.
00:18:07: Der ist sechzig Meter breit und hundertfünfzig Meter lang ins gesamte Brücke.
00:18:14: Wir konnten den Wettbewerb auf diese Art gewinnen, in dem wir darstellen konnten... eben nicht nur der Weg zwischen den zwei Ufern wichtig ist, sondern der Aufenthaltscharakter auf dem Fluss eine ganz entscheidende Rolle spielt.
00:18:32: Wir haben diesen Wettbewerb gemeinsam, das war ein Wettbetrieb, den wir mit dem Unternehmen schon durchgeführt haben also das Bauunternehmen war da schon im Team was oft sehr schwierig ist.
00:18:44: Das sind neue Wettwörfe vor allem die dann Architekten oder die Architektin oft in die zweite Reihe stellen, was aber bei diesem Projekt zum Glück nicht der Fall war.
00:18:55: Ich denke auch dass wir eingeladen wurden mit dieser Firma, die vor Ort sehr präsent ist dort teilzunehmen weil die Firma selbst eben tatsächlich ein stark architektonisches Projekt wollte.
00:19:12: Die Wettbewerbsaufgabe war relativ einfach, es gab eine bestehende Brücke, eine sehr wichtige die sehr stark befahren ist und die führt von der Innenstadt auf eine Insel in la Loire und die Insel bekommt ein neues großes regionales Krankenhaus.
00:19:30: Und jetzt musste die Straßenbahn vom Stadtzentrum zu diesem Krankenhaus kommen.
00:19:35: Die bestehende Brücke aus den Siebzigerjahren war zum einen zu steil und konnte die Straßenbahnen nicht tragen, deswegen wurde ein Ersatzbau einfach vorgeschlagen.
00:19:47: Wir haben uns das angesehen und einer der Grundzüge unserer Entwurfs war dass wir die bestehenden Brücke halten wollten und gleichzeitig in das Gesamtkonzept mit einem beziehen wollten und mein Vorschlag war die bestehende Brücke jetzt gemetrisch zu anzupassen, dass sie einen fließenden Übergang mit dem neuen Bauwerk ermöglicht, mit einer Idee die bestehende Brücke abzusenken um sechzig Zentimeter.
00:20:16: Das gab viel Kopf zu brechen auf der Seite der Ingenieure und des Unternehmens und vielleicht ist das auch ein Punkt der wichtigen Zusammenarbeit zwischen Architektinnen und BauingenieurInnen – dass wir einen Zugang haben, der jetzt nicht unbedingt total rationalistisch ist, aber vielleicht doch rational mit einer anderen Hierarchie-Industruktur.
00:20:39: Zum einen der Halt war mir sehr wichtig, aber ich wollte gleichzeitig nicht den Halt eigentlich zum Dogma, sondern ich wollte diese neue Brücke anpassen so dass sie mit eingegliedert werden kann.
00:20:52: Das ist schon ein wichtiger Aspekt, also Mitbestand umgehen und Bestand nicht unbedingt zu ersetzen sondern mit einzubeziehen in die Überlegungen.
00:20:58: Ich glaube das ist ein wichtiger Weg den wir heute gehen sollen und das hat mir auch ermöglicht hier tatsächlich dann diese breite Brücke vorzuschlagen.
00:21:06: weil die neue Brücke dadurch dass wir eben der Straßenbahn mal dem Platz geben müssen.
00:21:12: es gibt immer noch zwei Autospuren einen sehr großen Fußgängerbereich sehr sehr großen Fahrradbereich Und insgesamt ist die Brücke um ungefähr sechzig Meter breit, was enormes über den Fluss.
00:21:24: Wir können hier eben auch mit unterschiedlichen Materialien – mit einem mineralischen Platz aber auch mit einem Holzdeck – unterschiedliche Situationen anbieten auf dem Fluss tatsächlich sich zu treffen und dort Zeit zu verbringen, Ausstellungen zu erleben… Märkte oder ganz einfach nur zu flanieren?
00:21:48: Also eigentlich die Schaffung eines ganzen neuen Stadtraums, was ja auch extrem wichtig ist.
00:21:51: Die Bevölkerung wächst wir müssen verdichten und wo sind dann noch die Freiräume?
00:21:56: also das ist doch sehr spannend wenn man beginnt prücken als vielleicht eine dieser fehlenden Freiräume zu sehen und zu gestalten.
00:22:04: Das ist eine interessante Bemerkung, finde ich, weil für mich tatsächlich die Frage sich sehr stark stellt also wo geht Architektur hin?
00:22:13: Was kann statt leisten?
00:22:14: Wieso statt?
00:22:14: Wiesen brauchen wir das?
00:22:17: Ich glaube, eine der Antworten ist wir brauchen Räume der Begegnung.
00:22:20: Räime des Austausches und dass es einen Grund gibt dort hinzugehen und nicht einfach zu Hause zu bleiben.
00:22:26: Ich glaube das ist extrem wichtig.
00:22:27: Architektur kann da ein sehr großen Beitrag leisten statt.
00:22:31: ich glaube es ist wichtig in dieser Beziehung und diese Qualität der Städte müssen wir einfach hochheben und zelebrieren.
00:22:37: Ihr seid ja sehr involviert an der Verkehrswende oder an der Mobilitätswende in Paris?
00:22:42: In mehreren Bauaufgaben also.
00:22:44: da gibts zum Beispiel Fußgärmen Fahrradbrücken, aber auch Fahrradinfrastruktur in der Hinsicht dass Fahrradabstellräume in Verbindung mit Bahnstationen und Metrostationen zur Verfügung gestellt werden.
00:22:58: Und ihr arbeitet auch mit am Ausbau des Metronetzes in Paris und zwar an einem Stück dieser zweihundert Kilometer Erweiterung die oberirdisch geführt wird.
00:23:10: Könntest du da ein bisschen mehr darüber erzählen bitte?
00:23:13: Ich weiß, dass der Bürgermeister von Paris der damalige Delanouet nach Wien kam und Wien bestaunte.
00:23:23: Und die Fahrradwege und auch das City-Bike-Netz bewunderte und die Straßenbahn diese Effizientes in Wien nach Paris übertragen hat.
00:23:37: Also muss man auf jeden Fall so sehen dass jetzt aus unserer Sicht, sage ich mal aus der österreichischen Sicht hier wahrnimmt.
00:23:47: Dann mag das so aussehen als ob jetzt in Paris viel mehr passiert.
00:23:53: Was für mich in Frankreich eigentlich sehr beeindruckend ist, dass die Franzosen wenn sie sich für was entscheiden dann entscheiden Sie sich zu hundert Prozent oder hundzwanzig Prozent und dann gehen sie durch.
00:24:05: also wie ich nach Frankreich kam gab es kaum ein Fahrrad auf der Straße.
00:24:10: Wir haben dann erlebt, wie es einen dreiböchigen Streich gab zu Weihnachten.
00:24:15: Holten plötzlich die Pariser ihre Sportgeräte aus dem Keller und es gab plötzlich viele Fahrräder obwohl's sehr kalt war und auch auf das geregnet hat was auch nicht unbedingt in der Mentalität der Franzosen ist nämlich diese Randbedingungen so in Kauf zu nehmen was zum Beispiel bei den Dänern ganz anders ist.
00:24:34: Die fahren ja bei Wind und Wetter, da ist kein Problem mit dem Fahrrad.
00:24:37: Aber in Frankreich war das sehr ungewöhnlich.
00:24:39: Dieses Bild, ich war einer der wenigen, die wirklich regelmäßig das Fahrrad benutzt hat.
00:24:44: Das ist heute völlig anders.
00:24:46: Heute fahren sie die Rüderiveau-Lie runter und es ist mit Kopenhagen vergleichbar.
00:24:52: Es gibt viele junge Familien auch, die mit Fahrrädern ... mit diesen Lastenfahrrädern, mit den Kindern fahren.
00:24:59: Die Elektromobilität hilft dann natürlich auch sehr stark.
00:25:02: also es gibt sehr viele Elektro-Fahrräder und es gibt viel Platz der geschaffen wurde für Fahrradwege im Rue de Rivoli.
00:25:10: Es wurden die Autos sehr stark zurückgedrängt.
00:25:13: Da wurde sehr viel gemacht wobei ich Ich denke, dass heute der Vergleich von Paris zu Wien natürlich hinkam muss.
00:25:22: Weil Paris einfach eine Metropole ist mit ca.
00:25:25: fünfzehn Millionen Einwohner und Wien halt immer noch eine Stadt ist wo der Grünraum sehr schnell erreichbar ist.
00:25:32: Man ist sehr schnell aus der Stadt was in Paris wirklich sehr schwierig ist.
00:25:36: also.
00:25:36: insofern sind diese Vergleiche jetzt nicht so einfach parallel zu setzen.
00:25:42: aber Es ist sicher so, dass die junge Generation einfach diese Mobilität neu definiert und für sich entscheidet jetzt nicht schon lange Parkplatz zu suchen oder allein im Auto von A nach B wenn die Strecke kurz genug ist um das mit einem Fahrrad zu schaffen.
00:25:57: Genau!
00:25:57: Und für diesen Art der neuen also der Umorientierung in der Mobilität, das geht ja dann auch wieder mit Bauaufgaben einher.
00:26:06: In dem Zusammenhang finde ich eben vor allem die Fahrradabstellflächen sehr interessant an denen du gearbeitet hast, weil natürlich das Fahrrad wird sehr oft als zwischen Mobilitätsmedium verwendet wenn man längere Strecken zurückzulegen hat.
00:26:21: Also von zu Hause zum Bahnhof oder vom Bahnhof zur Arbeit und da braucht es dann natürlich Platz und da passiert halt gerade etwas.
00:26:29: die Städte sind vor allem darauf ausgerichtet Platz für Autos zu schaffen.
00:26:35: Da muss jetzt umgedacht werden und auch Platz für Fahrräder geschafft werden.
00:26:39: Und eins dieser Abstellräume, das klingt jetzt so klein, habt ihr gebaut in Paris Montparnasse?
00:26:46: Das ist ja riesig!
00:26:47: Wir konnten hier in diesem städtischen sehr dichten Bereich eben eine Ausfahrtsspur von einem Tunnelsystem benutzen und integrieren.
00:26:56: Man muss dazu auch sagen dass der letzte Kilometer ist wichtig oder die letzten Kilometer Orte wo man das Fahrrad einstellen kann, wo es auch vielleicht vor Diebstahl besser geschützt ist.
00:27:08: Weil es geht ja auch um Fahrräder die wenn's vor allem Elektrofahrräder sind sie auch einen gewissen Wert darstellen.
00:27:15: Vor allem auch in so Städten wie Paris möchte man das Rad am Abend wiederfinden dass man am Tag zuvor oder in der Früh abgestellt hat und dessen sind diese Einrichtungen wichtig.
00:27:25: Man muss aber auch sagen also wir haben auch in Belgien gebaut zum Beispiel Und die Belger machen das schon ewig.
00:27:31: Also das was wir in Paris gebaut hat, hat natürlich eine gewisse Dimension.
00:27:36: Passt zu dem Bahnhof.
00:27:38: Der Garmon Panas ist einer der wichtigsten großen Bahnhöfe in Paris.
00:27:42: aber da gibt es Vorbilder die mich beeindrucken und ich denke zum Beispiel... genau wenn man da jetzt an Belgien denkt, dann haben sich die Franzosen da wahrscheinlich auch was abgeschaut.
00:27:53: Ja und mir fällt jetzt auch ein Beispiel ein in Kopenhagen wo ein Fahrradabstellgelände eigentlich gleichzeitig als stark regen Wasserreservoir dient.
00:28:02: also das sind auch so Nutzungen die man dann kombinieren kann in der Stadt.
00:28:06: ja dass ist auf jeden Fall diese Kombination der eben zum Teil Das Nutzen auch von aufgelassenen Infrastruktur oder diese Orte positiv zu nutzen, bringt mich vielleicht wieder auf das Thema der Fußgängerbrücke.
00:28:22: Die haben den Vorteil, dass wir damit eine Verkehrsart konfrontiert sind, die jetzt keine Abgase hat und keinen Lärm verursacht, die das Regenwasser in den Fluss durchlassen kann ohne Probleme.
00:28:36: Das sind auch für sich sehr zarte, sehr sensible Bauwerke die man eigentlich relativ gut in diese natürliche Flussungebung einbinden kann.
00:28:46: Und nochmal zurück zum Thema Metro-Ausbau.
00:28:50: das ist schon ein wirklich großes Projekt dass die Stadt Paris davor hat und soweit ich das mitbekommen habe sie sind quasi für den oberirdischen Teil der Metrolinie zuständig.
00:29:01: da kommen wir wieder zum Thema Brücken weil es ja ein verwandtes Thema.
00:29:05: Das was eben für die Franzosen tatsächlich spricht, das ist wenn sie ein Thema in die Hand nehmen dann wollen Sie das hundertprozentig machen und sie bauen jetzt das Metronetz aus.
00:29:17: Dass zurzeit ca.
00:29:18: Hundert Kilometer umfasst, dass wird um weitere zweihundert Kilometern erweitert.
00:29:23: also es ist ein riesiges Projekt mit altundsechzig Bahnhöfen.
00:29:30: Franzosen nennen das ganz bewusst Bahnhöfe und nicht Metro-Stationen, weil sie der Meinung sind dass diese Verkehrsknoten städtisches Leben animieren können.
00:29:43: Es wird auch jetzt inhaltlich sehr stark daran gearbeitet, dass tatsächlich diese neuen Metro-Stationen auch städtisch zentrale Funktionen übernehmen können.
00:29:52: Und ja da ist dieses Projekt ein sehr wichtiger.
00:29:55: Es verbindet eben diese Vororte von Paris und es verbindet Paris konzentrisch was ganz ungewöhnlich ist das kennt man ja aus Wien.
00:30:06: Das vielleicht auch wieder die Parallele.
00:30:07: Also Wien ist eine Stadt die sich konzentrische entwickelt hat.
00:30:11: Paris ist eine Stadt, die sich zentral entwickelt.
00:30:15: Wenn man von A nach B will, dann muss man durch C und das ist im Zentrum.
00:30:19: Es gibt jetzt eine neue Metroline mit den Fünfzehnern, die wir in Kreis machen.
00:30:23: Die wird vor Ort mit Vorort verbinden.
00:30:27: Heute muss man noch vom Vorort ins Zentrum um in einen anderen Vorort zu gelangen was natürlich für diese interne Mobilität eine gewisse Schwierigkeit bedeutet.
00:30:37: Diese oberedische Metrolinie ist Teil dieses Systems.
00:30:43: Es gibt zwei von diesen Bereichen, die nicht im Tunnel geführt werden und der, den wir bearbeiten, das fünf Kilometer lang führt durch sehr unterschiedliche städtische Bereiche zum Teil sehr Dichte, aber noch völlig unbelastete Bereiche Eben einen Bahnhof, den wir an dem Ausstellungszentrum Paris-Ville-Barn situieren.
00:31:09: Und der ist auch interessant weil er zum Teil eben dieses Ausstellungengelände, dieses Messergelände bedient das zum Teil eine sehr, sehr hohe Frequenz hat aber wenn keine Messerstatt findet die Frequenzen sehr stark zurück geht.
00:31:24: Eine Station vor dem Flughafen Charles de Gaulle.
00:31:27: Der riesen Vorteil für uns, den ich sehe ist dass wir eben keinen Tunnel haben.
00:31:32: Ist das wir eigentlich auf die metro-wartenden Benutzer der Linie obethisch vorfinden?
00:31:39: Dass sie haben einen Blick auf die umgebende Landschaft im Bereich und wir haben das in unser Projekt ganz stark mit einbezogen also diese Aufenthaltsqualität wieder im natürlichen Licht zu sein, rauszukommen aus dem Tunnel.
00:31:51: Und hier tatsächlich eben auch diesen Ort wieder zu erleben, komme ich vielleicht zurück auf dieses Thema der Perspektiven die man bietet und da hilft uns auch dieses Projekt eigentlich ganz gut.
00:32:01: Das Projekt hat einen sehr langen Horizont natürlich also ich glaube achtzig Monate Bauzeit das muss ich kurz rechnen fast ein Jahrzehnt.
00:32:12: Wie geht da mit so was um?
00:32:13: Also die langen Zeiten von diesen Projekten sind natürlich Projektinherent, das ist ein... Riesenprojekt.
00:32:22: Die Organisation ist unglaublich, also die dahinter steckt auch die Logistik der Bauherren oder des Bauherrn.
00:32:30: Es ist enorm weil es da natürlich auch um ganz essentielle Fragen der Linienführung.
00:32:37: wer bekommt jetzt einen dieser Bahnhöfe?
00:32:39: wo wir an diese Bahnhöfe situiert?
00:32:41: wie kann man die einbinden in eine bestehende städtische Struktur?
00:32:44: Oder wie kann?
00:32:49: Also es ist ein Riesenprojekt und das braucht einfach seine Zeit.
00:32:53: Was mich vielleicht auch hier wieder erinnert hat, weil diese Frage sich öfter stellt die Franzosen sind jetzt irgendwie so aktiv dabei eben diese Weg vom Autoverkehr hin zu öffentlichen Verkehrsmittel, dieses Netz sehr stark auszubauen ist wirklich eine starke politische Wildensentscheidung und eine Mobilität in der Stadt zu fördern.
00:33:20: Den Ausstausch zu fördern ist glaube ich ein gesellschaftlich sehr wichtiges Thema und Architektur- und Ingenieurbaukunst hier wichtigzunehmen und als sichtbares Zeichen der Wichtigkeit dieses Projektes mit einzubeziehen ist jetzt etwas sehr Typisches für dieses Projekt.
00:33:39: Also unsere Stationen sind eine von neuen Stationen, die Franzosen, die im Dieses Projekt initiiert haben als emblematische Stationen bezeichnen also wo tatsächlich der Sichtbarkeitscharakter ein ganz starker ist.
00:33:55: unter den Achtundsechzig-Stationen gibt es neun ganz ganz besondere Stationen die dann auch einen sehr hohen architektonischen Charakter fordern.
00:34:05: das bringt mich dazu dass ich das sehr, sehr stark an Wien denke.
00:34:08: Weil wenn nicht an Ottowagner denk und dann die Metrostationen, dann denke ich Architektur- und Verkehrinfrastruktur hat eine sehr lange Geschichte und auch in Österreich eine sehr starke Tradition.
00:34:22: Das kann man jetzt auch nicht den Franzosen überlassen, dass die das einfach erfunden haben würde ich mal sagen.
00:34:28: Es ist ja vor allem etwas, was bleibt wie man eben an Ottovagner Stadtbahnstationen merkt, also man baut wahrscheinlich auch mit einem viel längeren Zeithorizont.
00:34:39: Wo ich aber gerne jetzt nochmal einhaken würde ist die Thematik Zusammenarbeit, Architektur, Bauingenieurwesen.
00:34:47: Es gibt ja dieses Klischee das Architekten-Architektinnen und Bauingenieure in Spineverein sind.
00:34:53: Der Architek will immer, der Bauingeneur sagt immer Das geht nicht.
00:34:57: Ich weiß, das ist ein Klischee.
00:34:59: Das kann man jetzt nicht auf alle umlegen aber haben Sie vielleicht ein paar Tipps und Erfahrungen im Zusammenarbeit mit Ingenieuren, Ingenieurinnen die sie jetzt vielleicht hier auch der jüngeren Generationen mit auf den Weg geben können und wollen?
00:35:13: Ich denke, dass dieses Gegenüber von Bauingenieurinnen und Architektinnen, die sich gegenseitig jetzt nicht unbedingt respektieren für mich persönlich einfach nicht verständlich ist.
00:35:24: Also wir sitzen ja im gemeinsamen Boot – Wir brauchen uns beide!
00:35:28: Also wir brauchen uns gegenseitung.
00:35:30: Für mich als Architektor ist es ganz wichtig, die Ingenieurinnen an meiner Seite zu haben weil tatsächlich eben die Machbarkeit sehr stark Der Bereitschaft auch der Ingenieurinnen abhängt jetzt diesen Weg zu gehen, den sehr so oft im Ich-Vorschlag herrscht.
00:35:45: Es ist schon so das vielleicht diese ursprüngliche Sensibilität des Wahrnehmens eines Ortes oder des Zwecks der Bauaufgabe – jetzt bin ich mal sagen zu dieser Initiatividee kommt bei den Projekten aus meiner Hand.
00:36:01: Allerdings kann ich damit nichts anfangen, wenn der gegenüber sagt es geht nicht so wie Sie das beschreiben und ich hatte da jetzt glaube ich nicht das Glück dass wäre das falsche Wort aber vielleicht die Gonst mit Menschen mit Ingenieurinnen zusammenzuarbeiten.
00:36:16: Die die Idee verstanden haben und die diesen Weg mit mir gehen wollten und die zum Beispiel du hast das Bauwerk über den Montse Michel erwähnt.
00:36:27: Ich habe da vorgeschlagen, alle zwölf Meter in das Watt eine Stütze zu setzen.
00:36:32: In schwierigsten Bedingungen auf minus dreißig Meter der erste tragende Boden die Bau-Situation beeinflusst von Ebbe und Flut.
00:36:42: Aber die optische Leichtigkeit, die Transparenz, die Sensibilität des Einfügens des Bauwerks war dem Ingenieur so verständlich dass er gesagt hat wir probieren es und das war ganz wichtig.
00:36:54: dieses Hand in Hand ist glaube ich eine Grundbedingung für ein gutes Projekt.
00:36:58: Was man den jungen Studierenden mitgeben kann, das geht sowohl auf die Architektinenseite wie auch auf die Bauingenieurinnen Seite.
00:37:08: Also ich unterrichte jetzt im Moment auf der Technischen Universität und ich versuche eben genau diesen Aspekt zu beschreiben, sage ich mal.
00:37:18: Das geht über die Kompetenz.
00:37:19: Das heißt also wir Architekten müssen lernen mit Tragstruktur umzugehen, die zu verstehen nicht völlig abhängig zu sein von dem gegenüber sondern so gut es geht auf Augenhöhe mit den Bauingenieurinnen zu sein.
00:37:39: Um tatsächlich eine konstruktive Lösung zu finden weil sonst kommen wir als Architektinern natürlich sehr schnell in die Problematik.
00:37:48: das geht ja nicht und wenn wir das nicht verstehen was möglich ist dann machen wir uns natürlich nicht unbedingt glaubwürdig den Ingenieuren gegenüber.
00:38:00: Also das ist schon sehr, sehr wichtig.
00:38:01: ich erlebe dass ob bei Wettbewerben die man beurteilen muss wo es tatsächlich Ideen gibt So quasi, unter anderem für uns Zeichen jetzt rein architektonische Ideen sind und die einfach diese zwei Aspekte der Ingenieurbau-Konst.
00:38:14: Und der Architektur muss sich die beiden nicht zusammenfinden.
00:38:18: Das gleiche gilt aber glaube ich auch für die Bauingenieureinnen Die tatsächlich auch eine gewisse Sensibilität ein gewisses Verständnis für den Architektor entwickeln müssen.
00:38:27: Ich glaube da gibt es auch irgendwie einen Weg zu gehen.
00:38:30: Wir sind ja jetzt räumlich zum Beispiel auf der technischen Universität sehr nahe Aber jetzt von der tatsächlichen Berührung der verschiedenen Fakultäten ist es extrem schwierig diese übergreifende Situation eigentlich zu provozieren, sage ich jetzt mal als Lehrender.
00:38:48: Also ich versuche das ganz stark.
00:38:49: wir haben auch morgen jetzt schon wieder einen portugiesischen Bauingenieur eingeladen wo wir versuchen eben auch die Bauingenuerfakultät für diesen Vortrag zu interessieren weil ich einfach denke, und dieser Ingenieur ist ein sehr gutes Beispiel der sehr gut mit wichtigen Architekturbüros zusammenarbeitet.
00:39:09: Und tatsächlich ihm dieses Verständnis für die Sensibilität und für diese Herangehensweise hat und damit dementsprechend umgehen kann.
00:39:17: Das heißt, es geht vor allem um das gegenseitige Verständnis.
00:39:20: Um ein bisschen einen Einblick in jeweils das andere Berufsfeld und auch die Werte des anderen Berufsfels, um besser in Kommunikation kommen zu können?
00:39:29: Es ist ganz klar dass wir als Architektinnen einfach einen anderen Zugang haben.
00:39:34: also wir sehen natürlich die Umgebung zuerst.
00:39:36: Wir fragen nach dem Ort Nach der Sinnhaftigkeit nach dem Inhalt des Projektes.
00:39:40: ist natürlich bei uns an erster Stelle bei Bauingenieuren.
00:39:45: Wie trägt das?
00:39:46: Wie komme ich da, welche Spannweite?
00:39:48: und es gibt vielleicht auch in der Ausbildung der Bauingenieurinnen ja auch eine andere Art an Projekte oder an Fragen heranzugehen.
00:39:57: Fragen zu formulieren also was ist ökonomisch, welches Spanweiten, welche Standardlösungen gibt es.
00:40:05: Es ist nicht ungewöhnlich, Ingenieurinnen zu fragen geben wir drei Lösungen Und dann bekommt man drei Lösungen und man kann sich eine aussuchen.
00:40:16: Das geht bei mir eigentlich nicht, also wenn ich mich entscheide für eine Lösung, bin ich schon sehr stark davon überzeugt dass es die Lösung sein muss sag' ich jetzt mal.
00:40:29: Also diese Beliebigkeit in der Auswahl ist Möglichkeit, die kann's eigentlich nicht geben, wenn es diese Coherenz des Ortes mit dem Bauwerk selbst gibt.
00:40:36: Herzlichen Dank, ich glaube das war ein wunderschöner Abschluss für unsere Podcastfolge heute.
00:40:42: Ich bedanke mich wirklich sehr herzlich bei dir Dietmar Feichtinger, dass du dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten und ich möchte an dieser Stelle noch zwei Veranstaltungshinweise anbringen.
00:40:52: Dietmar Veichtinger wird mit der Ingenieurin Apollín Corré von SBP Schleich Bergermann & Partner den Impulsvortrag halten bei der Auftaktveranstaltung für die Architekturtage Technik am zwanzigsten Mai im Architekturzentrum Wien.
00:41:11: Und einen zweiten Veranstaltungshinweis habe ich dann auch noch.
00:41:14: Und zwar sind das die Architekturtage, die vom achtundzwanzigsten bis zum dreißigsten Mai stattfinden werden und zwar in allen Bundesländern von Österreich.
00:41:22: Das Programm ist auf www.architektourtage.at einsehbar.
00:41:27: ganz spannende Programmpunkte werden dieses Jahr angeboten Einblicke in Infrastrukturprojekte, die normalerweise nicht möglich sind.
00:41:35: And last but not least wird am zehnten Juni eine Abschlussveranstaltung der Architekturtage stattfinden, und zwar als Satelliten-Event für das New European Bauhaus Festival in Brüssel.
00:41:48: Austragungsort ist das Otto Wagen Areal und bei dieser Veranstaltung werden die Ergebnisse, die Erkenntnisse der Architekturtage, zwanzig sechsundzwanzig noch einmal Revue passiert lassen – und es werden aber auch Einreichungen für den Open Call, der gemeinsam mit den Architektor Tagen stattfindet und wo jeder dazu eingeladen ist, Visionen für Infrastruktur Lösungen der Zukunft einzureichen und diese Ergebnisse werden dort auch präsentiert.
00:42:17: Herzlichen Dank!
00:42:18: Vielen Dank für die Einladung.
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